Familie Christian & Margreth Spielmann
Wettersteinstrasse 24
A - 6632 Ehrwald in Tirol - Österreich

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Gerne erzählen wir von unserer Familiengeschichte

 

Christian Spielmann im Jahre 1929

Hotel Spielmann im Jahre 1929

Hotel Spielmann in den 60er Jahren

Hansjörg und Marga Spielmann in den 60ern

 

Hotel Spielmann in den 60er Jahren

Hotel Spielmann heute

Familie Christian & Margreth Spielmann
mit Christina und Andreas

Meine Großerltern, Josefine und Christian, waren die Erbauer des heutigen "Alten Hau-ses".Dieses wurde auf einem Erbgrundstück meines Großvaters erbaut.

Christian Spielmann, geboren im Mai 1886, stammte aus einer der ältesten Familien unse-res Dorfes und war das siebte von zehn Kindern. Er wuchs in sehr ärmlichen Verhältnis-sen auf. Sein Vater, also mein Urgroßvater, war Pfeifenspitzendreher und Kammacher. Das Material war das Horn der Rinder, aber auch das Geweih des Rotwildes wurde ver-wendet. Als mein Großvater 6 Jahre alt war, starb mein Urgroßvater und meine Urgroß-mutter mußte nun allein für zehn Kinder sorgen. Wie viele andere Kinder Tirols mußte auch mein Großvater als Bub nach Bayern, um dort den Lebensunterhalt zu verdienen.

Josefine, im Dezember 1891 geboren, kam aus Bayern und war bis zu ihrem Tode die dominierende Persönlichkeit in unserem Hause.

Christian war ein international bekannter Skipionier und mit seinem Bruder Reinhard ei-ner der ersten Skilehrer, Berg-und Skiführer Österreichs. Seine Erfolge sind in die Anna-len des Ski-und Bergsports eingegangen. Manche Anekdote prägt das Bild aus diesen Anfängen. So gibt es heute noch die "Spielmanns Wächte" am Feldberg im Schwarzwald, wo er im Hotel "Feldberger Hof" als Skilehrer in der Zeit vor dem 1.Weltkrieg tätig war.
Als "Der Mann mit dem eisernen Ofen" machte er Sportgeschichte und gewann dreimal die Deutsche Skimeisterschaft, an der auch die damals dominierenden Nordländer teil-nahmen. Einer der gewonnenen Preise, die überlangen finnischen Flachlaufskier sind heu-te noch im Hotel zu bewundern. Als Bergführer war er mit dem Südtiroler "Tita Piaz" aus dem Fassatal eng befreundet. Manche Erstbesteigung in den Dolomiten gelang diesen beiden Bergsteigern. Christian Spielmann war der Namensgeber für das Hotel.

Vor dem 1. Weltkrieg rückte er in Trient zu den Tiroler Kaiserjägern ein. Bei Kriegsbe-ginn wurde er nach Galizien an die russische Front verlegt. Dort bekam er als erster Sol-dat vom Kaiser Franz Josef 1. die "Große Silberne Tapferkeitsmedaille" verliehen. Schon 1915 kam er schwerverwundet von der Front zurück. Für den Fronteinsatz war er nach seiner Genesung nicht mehr tauglich.

Ludwig Ganghofer, der Schriftsteller, hatte in Ehrwald mehrere Jagden gepachtet und stellte Christian als Büchsenspanner ein. Ganghofer begeisterte sich an den Erzählungen meines Großvaters und verfaßte ein Buch mit dem Titel: "Spielmanns Lieb und Leid " 1919 starb Ganghofer und so blieb das Buch unvollendet. Die Erben übergaben uns das Manuskript. Dieses liegt nun bei einem Verlag in München.

1959 wurde meinem Großvater nochmals eine große Ehre zuteil. Anläßlich der 150 Jahr-feier von Andreas Hofers Tod (Er wurde in Mantua erschossen) wurde er vom Landes-hauptmann von Tirol in die Hofburg nach Innsbruck eingeladen. Dort wurden die Träger hoher Tapferkeitsmedaillen aus beiden Weltkriegen vom Bundespräsidenten besonders geehrt. Mein Großvater, damals 73 Jahre alt, freute sich sehr über diese nachträgliche Ehrung.

Sein Bruder Reinhard, mit dem ihn ein enges brüderliches Verhältnis verband, war der einzige Skilehrer des letzten österreichischen Kaisers Karl. An ihn erinnert die Reinhard-Spielmann-Straße in Ehrwald.
Weitblickend hatte meine Großmutter die günstige Lage des Erbgrundstückes erkannt. Josefine legte den Grundstein für die in den Jahren 1924 - 1926 erbaute "Pension Spiel-mann", das heutige "Alte Haus". Dann kamen die mageren Jahre der Inflation und der "Tausend Mark Sperre" vor dem 2. Weltkrieg. Nur mit großer Mühe konnten meine Großeltern das Haus erhalten. Der 2. Weltkrieg bescherte dem Haus ein wechselvolles Schicksal.

In den ersten Kriegsjahren diente es als Heim für die Kinderlandverschickung. Danach wurde der Reichsarbeitsdienst hier untergebracht. Bei Kriegsende war das Haus Gene-sungsheim für verwundete Offiziere. Dann war der deutsche Generalstab hier unterge-bracht und nach Kriegsschluß der amerikanische. Nach der Veränderung der Besatzungs-zonen beschlagnahmten die Franzosen das Haus.

Zu Beginn der 50er Jahre normalisierte sich die Lage und die ersten erholungsuchenden Gäste kamen. Mit dem nun weiter einsetzenden Fremdenverkehr mußte auch der Zustand des Hauses schrittweise den wachsenden Ansprüchen angepaßt werden. Damals war das noch mit großer Mühe und persönlichem Einsatz verbunden. ( z.B. wurde das Freischwimmbad noch von Hand ausgehoben !)

Im Mai 1965 starb mein Großvater Christian Spielmann - fast 80 Jahre alt. Von da an kümmerten sich meine Mutter Marga und mein Vater Hansjörg um das Wohl der Gäste. Sie haben, um der wachsenden Nachfrage und den gestiegenen Ansprüchen zu genügen, von 1970 bis 1975 das heutige "Neue Haus" errichtet, sowie im "Alten Haus" anschlie-ßend Zimmer für Zimmer, Gasträume und Küche erneuert. Bei der Innen- und Außenges-taltung unserer Anlagen haben wir bewußt den Bezug zur Heimat und zum ländlichen Ursprung beachtet. Auch unsere kleine Landwirtschaft dient diesem Gedanken. Mein Va-ter Hansjörg hat durch viele Jahre Bodenständiges gesammelt und im Hause wieder zur Geltung gebracht (z.B. befinden sich in den Räumen des Hotels insgesamt 150 colorierte Stiche, des Malers Franz Defregger.
Während des Ausbaus, im Dezember 1974 starb meine Großmutter. Ein Leben für den Gast hatte sein Ende gefunden.
Im Geiste "Was du ererbt von Deinen Vätern......" führten meine Eltern nun das Hotel.

Wir, meine Frau Margreth, unsere Kinder und alle im Hotel tätigen Mitarbeiter und ich bemühen uns, die Tradition unseres Hauses weiterzuführen, um den Gast zu verwöhnen und ihm während seines Aufenthaltes ein familiäres "Zuhause" zu bieten.

Ihr Christian Spielmann

   
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